Wie jedes Jahr waren wir auch diesen Herbst wieder im Einsatz für den Natur- und Vogelschutz für den Verein Jordsand e.V. Dieses Mal in Kooperation mit dem Hiddenseer Heidepflegeverein auf der westlich von Rügen gelegenen Ostseeinsel Hiddensee. Am 17. Oktober 2014 ging es los, wir beluden unsere Autos und machten für die erste Übernachtung Zwischenstopp in Stralsund (danke an Thoralfs Mutter für die tolle Gastfreundschaft!), wo wir uns Abends in den Hafenkneipen der Stadt mit einheimischen Getränke-Spezialitäten für unseren Einsatz am nächsten Morgen stärkten. Insgesamt waren dieses Mal 10 Mann von unserem Round Table 169 dabei.
 
Der Samstag Morgen begann früh, wir setzten mit der ersten Fähre des Tages von Schaprode auf Rügen nach Kloster auf Hiddensee über und nahmen die Arbeit auf. Unter fachkundiger Anleitung von Eveline, einer "Bundesfreiwilligendienstleistenden", machten wir uns am Vormittag zunächst daran, einen von Wasserpflanzen dicht zugewachsenen Teich zu befreien und dabei darauf zu achten, den "Flutenden Sellerie", einem in Deutschland äußerst selten anzutreffenden Gewächs aus der Familie der Doldenblütler, nicht zu beschädigen. Beides stellte eine Herausforderung dar. 
Am Nachmittag wechselten wir den Arbeitsort und entfernten Vogelkirschen-Gewächse in der Dünenheide. Heiden sind alte Kulturlandschaften, die durch Nutzung des Menschen entstanden sind und nur durch weitere Nutzung erhalten bleiben können. Mit dem Wegfall der Holzentnahme aus diesen Landschaften wachsen sie zunehmend durch Gehölze zu und verlieren damit an Attraktivität, aber auch an biologischer Vielfalt. So haben wir gelernt, dass Naturschutz und -pflege vor allem in erster Linie etwas mit der Eliminierung von Gewächsen zu tun hat. Letztlich eine wichtige Arbeit, die der Verein ohne Manpower von außen allein gar nicht bewerkstelligen könnte. Der 1907 in Hamburg gegründete Verein Jordsand hat sich den Schutz der norddeutschen Seevögel und der Betreuung der Naturschutzgebiete an Nord- und Ostsee zur Aufgabe gemacht. 
 
Hiddensee selbst hat eine weite Dünen- und Heidelandschaft zu bieten, Autos sind auf der Insel verboten, weshalb wir auch mit Fahrrädern unterwegs waren. Aber auch der Spaß kam (natürlich) nicht zu kurz: Am Abend machten wir die Insel-Gastronomiebetriebe unsicher und ließen anschließend den Tag auf der Veranda des Südbungalows der Biologischen Station Hiddensee, unserer Unterkunft, mit sensationellem weiten Blick über die Ostsee, ausklingen. Das Ende eines arbeitsreichen und intensiven Tages in der Natur!
Am Sonntag erkundeten wir Naturburschen dann noch ein wenig die Insel und besuchten das berühmte denkmalgeschützte von dem Architekten Max Taut im Jahre 1924 entworfene Doktorandenhaus der Biologischen Station Hiddensee. Insgesamt war es wieder einmal ein herausragendes RT-Wochenende, das uns allen sehr viel Spaß gemacht hat. Nächstes Jahr sind wir auf jeden Fall wieder für den Jordsand Verein im Einsatz! 
 
Ach ja: auch Tim, Basti und Leif sind inzwischen wieder in Hamburg gesichtet worden, nachdem sie auf dem Rückweg irgendwo in einem unwirtlichen Teil im Nirgendwo mit dem Auto liegen geblieben waren. Trotz Lockführerstreik, Mietwagenfiasko und Starkregen. Irgendwann kommen sie alle nach Hause...