Hilfe für Jordsand e.V. – Anpacken zum Wohle der norddeutschen Seevögel

Am Samstag den 12. Oktober trafen sich 10 Mann vom Round Table 169 in aller Hergottsfrüh um 8 Uhr morgens am Parkplatz vor Hagenbecks Tierpark. Ausgerüstet mit Arbeitskleidung, Schlafsäcken und Proviant ging es mit 3 Autos Richtung Maasholm. Ziel der Reise war die Lotseninsel Schleimünde.

Obwohl es eigentlich nur eine Halbinsel ist, kam man zum Stützpunkt des Jordsand e.V., dem alten Lotsenhaus, nur per Boot, da das Gebäude auf der Spitze der Insel durch das Naturschutzgebiet vom Festland getrennt ist. In Maasholm trafen wir Dieter Wilhelm, unseren Kontakt von Jordsand e.V., mit dem wir gemeinsam ein kleines Boot bestiegen, das uns auf die Insel brachte. Sobald wir alles Gepäck und das Arbeitsgerät verstaut hatten ging es bei stürmischer See rüber auf die Insel.

Dort angekommen wurde entladen und das Quartier inspiziert. Wir sind im frisch renovierten Lotsenhaus untergekommen, wo wir uns behaglich einrichteten. Danach ging es ab an die Arbeit.

In den letzten Jahren waren Mitglieder von RT169 einmal pro Jahr für den Jordsand e.V. im Einsatz. Der 1907 gegründete Verein hat sich dem Schutz der norddeutschen Seevögel & Natur verschrieben und betreut hierzu mehrere Naturschutzgebiete in der Nord- und Ostsee. Hierbei waren wir an verschieden Orten mit verschiedenen Aufgaben aktiv. Dieses Mal lautete unsere Aufgabe den Bereich um die Beobachtungs-Plattform von Kartoffelrosen zu befreien.

Die Kartoffelrose, verwandt mit der Hagebutte, wuchert großflächig auf der ganzen Insel. Sie macht sich sehr schnell breit und verhindert jegliche andere Vegetation in ihrer Nähe. Damit nimmt sie den Seevögeln, die auf der Lotseninsel nisten, wichtigen Brut-Raum.

 

Bewaffnet mit elektrischen Sensen und Astschneidern machten wir uns am Samstag daran, ein Areal von der Größe eines Basketballplatzes von der Kartoffelrose zu befreien. Gestärkt durch eine riesen Portion Spaghetti Bolognese, die unser Smutje Olaf zum Mittagessen zubereitete, konnte uns auch das Schmuddel-Wetter mit starkem Wind und Regenschauern nichts anhaben. Als es anfing dunkel zu werden, war - durch den unermüdlichen Einsatz aller 10 Tabler und unter Verlust von 2 der 3 Astschneider - die Aufgabe geschafft. Die gemeine Kartoffelrose war aus diesem Bereich vorläufig verbannt. Das Nachwachsen der Pflanzen sollen übrigens die auf der Insel angesiedelten Ziegen und Kühe durch unermüdliches Grasen verhindern. Während sich Dieter Wilhelm zu Fuß durch das Naturschutzgebiet auf den Weg nach Hause machte, zogen wir uns in unser Quartier zurück.

Was folgte, war ein ausgiebiger Saunagang mit anschließendem Bad in der Ostsee, gefolgt von einem ausgiebigen Abendessen. Es wurde ein richtig gemütlicher Abend rund um den großen Küchentisch im Lotsenhaus. Mehrtägige Service-Projekte in kleiner Runde sind ideal, um sich gegenseitig besser kennen zu lernen und die Mitglieder des Tisches enger zusammen zu schweißen. Um 1:30 Uhr war Zapfenstreich, schließlich sollte am nächsten Morgen weiter zugepackt werden.

Am nächsten Morgen begrüßte uns,  zur Belohnung für das tatkräftige Zupacken am gestrigen Tag, ein herrlich milder und sonniger Herbsttag. Nach einem stärkendem Frühstück ging es noch einmal an die Arbeit. Ein Elektrozaun musste repariert werden und danach die Ziegen wieder eingefangen werden. Zur Belohnung gab es dann noch eine Führung von Dieter Wilhelm durch das Naturschutzgebiet, wo sonst für Unbefugte das Betreten strengstens verboten ist.

 

Zur Mittagszeit ging es dann, via Maasholm, zurück nach Hamburg. Die Arbeit in und für die Natur hat uns allen sehr viel Spaß gemacht. Ehrensache, dass wir auch für 2014 dem Jordsand e.V. unsere tatkräftige Unterstützung zugesagt haben.